Über diesen Vogel ist auf diesen Seiten schon alles gesagt. Es tut mir leid, aber neue Superlative fallen mir nicht mehr ein! Seit Johannes Thienemann 1906 in Rossitten mit der wissenschaftlichen Beringung begann, wurden bis zur Alten erst zwei 29jährige freifliegende Weißstörche festgestellt. Jetzt sind es also drei. Gekommen ist die Alte zu der für Süd-Ostzieher üblichen Zeit: in der ersten Aprilhälfte, einer der Störche landete am 4. April im Horst, der andere am 10.
Ich konnte erst gegen Ende April in den Kirchturm steigen. Die beiden unterbrachen ihr Brutgeschäft in den üblichen kurzen Abständen, um die Eier zu drehen, drei dürften es mindestens gewesen sein. Und die alte Dame ließ sich trotz der seit Brutbeginn schon fortgeschrittenen Zeit immer noch von ihrem Partner in die Höhe kraulen, viel Geduld und ein bisschen Zärtlichkeit unten am Halsansatz scheint bei Störchen fast immer zu helfen.
Ob alles gut geht im Nest auf dem Kirchengiebel, das werden die nächsten Wochen zeigen. Als ich die Beiden beobachtete, wehrte das Männchen nach gemeinsamen Abwehrklappern den Angriff eines Störenfrieds auf den Horst ab, der Angreifer versuchte es danach auch noch bei den Nachbarn von der Fischräucherei. Aber das war mit Sicherheit nicht der letzte Ärger, denn jetzt, Anfang Mai, sind nach allen Beobachtungen noch relativ viele unverpaarte Störche unterwegs. Offenbar gab es auf der östlichen Route irgendwo eine Schlechtwetterregion, die für Verspätungen sorgte. Ich werde nachschauen, ob und wenn ja, wie viele Jungstörche die Alte in ihrem 11. Jahr auf dem Kirchengiebel groß zu füttern hat.