Alles was zur äußerst ungewissen Zukunft des Storchenhofs Loburg in Sachsen-Anhalt zu sagen ist, steht bei Hartmut Wiedenroth auf seiner Website unter www.worldofanimals.de zu lesen. Ich will hier nichts wiederholen. Dr. Christoph Kaatz, um das wesentliche zu sagen, hat am 22. Dezember seinen 65. Geburtstag begangen. Ich konnte nicht nach Loburg fahren, aber in meinem Brief habe ich ihm geschrieben, was ich von seiner Arbeit halte:
"Ohne Ihr Engagement würde es den Störchen in Deutschland schlechter gehen, denn die Vögel sind für ihr Wohlergehen auch auf Storchenmenschen wie Sie angewiesen. Sie haben dafür gesorgt, dass nach der Wende die alten Strukturen, das Betreuernetz, in den neuen Ländern erhalten blieb und, ähnlich wichtig, dass mit den beiden deutschen Länder auch die Storchenbetreuer beider Länder zusammen kamen. Und dies, so weit ich das beurteilen kann, auf eine freundliche Art und voller gegenseitigen Respekt."
In dem Buch über die Spreewaldstörche sind auch einige Loburger Geschichten zu lesen, nicht nur über die merkwürdige Ost-Westpaarung Prinzesschen und Jonas, sondern auch über Arbeitsergebnisse von Dr. Christoph und Dr. Mechthild, der Tierärztin. Beispielsweise darüber, dass die Beiden in 25 Jahren 715 von 1050 verletzt oder krank eingelieferte Weißstörchen gesund gepflegt haben. Sie wurden nach Loburger Art auf den Elbwiesen ausgewildert, also ins Storchenleben entlassen.
Im Öffentlichen Dienst, und dazu gehört Christoph Kaatz bis Ende 2003, hat ein normaler Mensch mit 65 den Hut zu nehmen. Dieser Tatbestand eröffnete für die zuständige obere Behörden völlig neue Möglichkeiten im Umgang mit den deutschlandweit respektierten Storchenhof. Als normalste Lösung für eine Nachfolge bot sich Michael Kaatz an, hier mit Störchen aufgewachsen, Biologe kurz vor der Promotion. Michael hat mit russischen Ornithologen im ehemaligen Rossitten an der Kurischen Nehrung Spätauflassungen von Jungstörchen wiederholt, die dort Johannes Thienemann in den dreißiger Jahren durchgeführt hat. Mit verrückten Ergebnissen. Und er hat Prinzesschen und andere Senderstörche auf ihren Zug begleitet, wie im Fernsehen mitzuerleben war. Aber einen Nachfolger aus dem Storchenfach soll es nicht geben. Das kann eine Behörde, die unter dem Druck von Einstellungsstopps lebt, offenbar nicht bewerkstelligen.
Was nun? In Loburg wurde ein Freundeskreis gegründet, damit privaten Initiative ausbügelt, was der Staat nicht schafft. Mehr davon bei Wiedenroth und unter www.storchenhof-loburg.de. Vielleicht treffen wir uns mal bei einer Mitgliederversammlung.